Gespräche über das Klagen bewirken in mir ein gewisses Unbehagen. Es erinnert mich zu sehr ans Jammern. Jammern ist das kleine Geschwister von Klagen. Ich führe zu viele Gespräche, in denen kein Austausch stattfindet, sondern man sich gegenseitig erzählt, wie schlecht es um die Welt steht, welche Fehler Andere machen, wie schwer der Beruf fällt. …weiterlesen
Menschen, die sich für den Frieden einsetzen, brauchen Hoffnung. Hoffnung, wo eigentlich nichts mehr zu hoffen ist, weil die Erfahrung uns das Gegenteil lehrt. Mir fällt ein Satz von Rabindranath Tagore ein: „Glaube ist der Vogel, der schon singt, wenn die Nacht noch dunkel ist.“ Worin wurzelt die Hoffnung des Vogels, dass es Tag wird? …weiterlesen
Ein Gebet ersetzt keine Tat. Aber es gibt keine Tat, die ein Gebet ersetzt. Ich bin die Klage unbeugsam halte ich mich an der Hoffnung fest stelle mich an die Seite der Ausgegrenzten leihe den Sprachlosen meinen Mund brülle die stummen Worte der Seele dem schlafenden Gott ins Ohr unerhört ist was mir unter die …weiterlesen
Zwei Bekannte treffen sich an der Kasse im Supermarkt. „Schön, dich zu sehen. Wie geht‘s dir?“, fragt die eine interessiert. „Ach, ich will mich nicht beklagen“, antwortet die andere zurückhaltend. Das Klagen hat nicht den besten Ruf. Wer sich zu viel beklagt, wirkt schnell undankbar und miesepetrig. Unausgesprochen entsteht der Eindruck: Klagen – das macht …weiterlesen
Sie übernehmen Verantwortung auch in leitender Position. Sie sind theologische Vordenkerinnen für Veränderungen und zentrale Stützen ihrer Gemeinden. Sie halten ihre Kirche zusammen, selbst in Kriegszeiten – und sind doch oft immer noch gefangen in ihnen zugewiesenen kulturellen, religiösen und gesellschaftlichen Rollenerwartungen, noch immer weit entfernt von der gleichberechtigten Teilhabe an der Entwicklung ihrer Kirchen …weiterlesen
Von der Bedeutung des interreligiösen Dialogs in der Zentralafrikanischen Republik Es ist ein kalter Märzmorgen in Berlin. Die Medien berichten über das Attentat auf die Moscheen in Christchurch/Neuseeland. Am Flughafen in Berlin landet Imam Oumar Kobine Layama aus der Zentralafrikanischen Republik (ZAR). Er hatte den gemeinsamen Abflug mit den anderen Repräsentanten der Interreligiösen Plattform der …weiterlesen
Überlegungen zum Thema Gleichgewicht der Kräfte Wenn zwei gleichstarke Gegner sich gegenüberstehen, dann wird Gewalt in der Regel vermieden. Der potenzielle Angreifer muss Furcht vor eigenen schweren Verlusten haben, dies wird abschreckend wirken. Es stellt sich Stabilität ein. Der „Andere“ ist berechenbar. Ein wichtiges Prinzip der NATO beruht auf dieser Abschreckung mit dem Vorhandensein von …weiterlesen
Gibt es einen gerechten Krieg? Jeder Krieg fordert Opfer, sehr häufig sind darunter so genannte zivile Opfer, also Menschen, die mit den Ursachen eines Krieges nichts zu tun haben. Daher kann es keinen gerechten Krieg geben. Was für Christinnen und Christen heute selbstverständlich ist, war allerdings nicht immer der Fall. Der Kirchengelehrte Augustinus versucht in …weiterlesen
„Die Farbenpracht ihres Kopfschmucks ist beeindruckend, ihre Namen für europäische Zungen schwer auszusprechen und ihr Habitus so ganz anders als der unsrige: Stolz und mit großer Ernsthaftigkeit repräsentieren sie ihr Volk, das um sein Überleben kämpft. Wir schreiben das Jahr 2014 – eine Delegation Indigener aus Brasilien besucht auf einer Europareise auch Hermannsburg und wirbt …weiterlesen
Nach jüdisch-christlichem Verständnis ist der Mensch kein Zufallsprodukt. Er ist von Gott gewollt. Mehr noch, er ist in das Leben hineingerufen worden (1. Mose 1,26). Im Johannesevangelium 1,1 wird die Bedeutung des Wortes noch einmal zugespitzt: Im Anfang allen Seins war das Wort. Das Wort existiert nicht um seiner selbst willen, sondern ist auf Resonanz …weiterlesen